Sportschule Bauer & Kroewing

März-Prüfung 2010

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Allkampf-Prüfung & Lehrgang vom 20.03.10 in Dillingen

Die letzte Prüfung 2009 hatten wir noch vor Augen und schon stand der nächste Bewährungstermin an. Lange, manche sogar über ein Jahr, haben wir uns fleißig und intensiv auf diesen Tag vorbereitet. Die letzten Wochen wurden ausschließlich der Prüfungsvorbereitung gewidmet, sogar an Samstagen kamen wir dafür zusammen.

Ja, und nun war es soweit. Am Kalender steht der 19. März 2010. Für manch einen begann ein ganz gewöhnliches Wochenende, für andere begann ein Wochenende der Bewährung und mit ihm ein spannungsgeladenes Kribbeln im Bauch. Wir begaben uns auf die Reise in das 450 km entfernte Dillingen. Wir, das waren Ray, Stefan, Anne, Claudia, Jens, Phillip, Schubi und ich, der Jochen. Zu unserer Unterstützung begleiteten uns Micha und Mike. Wer es noch nicht weiß - wir unternahmen gleichzeitig indirekt und vielleicht auch unbewusst eine kleine Reise in die 15 Millionen Jahre zurückliegende Erdgeschichte. So wie es richtige Allkämpfer mit dem Zerschlagen von Brettern tun, raste vor langer, langer Zeit ein Asteroid in selbiges Gebiet und schuf damit eine unverwechselbare Landschaft, die weltweit zu den best erforschten auf der Erde gehört. Außerhalb des Protokolls, das weiß ich auch nur durch meine liebe Frau!

Aber zurück zum Kampfsport.
Am Samstag ging es dann so richtig zur Sache. Ab ca. 10 Uhr standen wir auf der Matte und harrten der Dinge, die da auf uns zurollten. Vor den Prüfungen, wie sollte es auch anders sein, gab es zwei Lehrgangseinheiten. Dort hatten wir noch einmal die Möglichkeit, einiges zu üben und unsere Aufregung etwas abzubauen.
Mit leichter Verzögerung starteten wir ab 15.30 Uhr mit dem Prüfungsprogramm. Und ich kann vorweg nehmen, geschenkt bekam niemand etwas. Mit Adleraugen, allen voran unser Großmeister Magosch, wurde jeder mit allem, was das Allkampfprogramm zu bieten hat, in der Gruppe oder auch einzeln, bewertet. Das war zumindest den Schülergraduierungen neu. Ich will nicht sagen, dass ich mir vorkam wie auf der Anklagebank - aber es war schon etwas komisch, dass vor uns drei gestandene Prüfer saßen, die zum Teil eine seeeeeeeeeeeeeehr grimmige Miene aufsetzten. Aber das gehört halt zum Geschäft... - kleiner Scherz am Rande.

In zwei Gruppen eingeteilt, durchliefen wir abwechselnd Grundtechniken, Kombinationen/Formen und Techniken - jeder bis zu seinem aktuellen sportlichen Kenntnisstand bzw. was er zum Bestehen der Prüfung brauchte.
Der zweite Teil war geprägt vom Freikampf. Hier kam es nicht nur darauf an, dass man auf der Matte steht. Man musste sich schon etwas bewegen und natürlich seinen ungebrochenen Kampfgeist zum Ausdruck bringen. Kiap hier, kiap da, kiap oben, kiap unten! Egal in welcher Position - Kampf bis zur völligen Erschöpfung. Und die war manch einem ohne Zweifel anzusehen. Was soll ich sagen, wir waren ja auch hier, um Höchstleistungen zu vollbringen und nicht um Urlaub auf der "Fritz Heckert" zu machen. Den Begriff kennen bestimmt nur die älteren Ossis, oder?

Der Tag neigte sich und wir waren noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angelangt. Der dritte und abschließende Wertungsteil war der Bruchtest. Holzhacken war schon immer eine meiner Lieblingsbeschäftigungen :-). Da wir so etwas nicht üben, ist dieser Teil der Unberechenbarste. Man muss also mit erhobenem Haupt, stolzer Brust und einer ganzen Portion Selbstbewusstsein an diese Aufgabe herangehen. Und das war eine, an der sich so manch einer die Zähne ausgebissen hat, bzw. Füße und Hände wund schlug, frei nach dem Motto - "Was uns nicht umbringt, macht uns nur härter!"

Gegen 20 Uhr war es dann vollbracht. Die Anspannung ließ aber nicht nach. Denn nun zog sich das hohe Gericht, natürlich muss es heißen: "die Prüfungskommission"!, zur Urteilsfindung zurück. Bange Minuten begannen! Und die große Frage kreiste in den Gemütern: "Bestanden oder nicht bestanden?"

Dann endlich kam die Erlösung. Die glorreichen Fünf (Prüfer) bauten sich in der Kampfarena auf, verzogen keine Miene, gleich der sieben Samurai, und forderten, dass wir uns aufstellen sollten.
Gespenstige Stille machte sich breit, bis unser Großmeister diese durchbrach. Mit gewohnter ruhiger, besonnener und doch positiv kritischer Stimme richteten er und anschließend auch seine Prüferkollegen einige Worte an uns. Die Urkunden wurden übergeben - das krönte den von Kampf geprägten Tag. Zu unser aller Überraschung, und das sind eben Dinge, die das Leben schreibt, endete der Tag nicht durchweg positiv. Einige Allkampffreunde haben, wenn auch nur knapp, das Ziel leider nicht erreicht. Ich denke im Namen aller zu sprechen, dass es gerade jetzt gilt, weiter zu machen. Niederlagen wird es immer geben. Nur der zeigt Größe, der in solch einer Situation nach vorn schaut und nicht aufgibt. Unserer Unterstützung können sich die Betroffenen sicher sein. Wir sind in Bühlau ein so gutes Team, packen wir es an!

Ach ja, eins hab ich noch. Ich wurde Prüfungsbester im Schülerbereich. Das hat mich sehr überrascht, aber inzwischen bin ich schon ein bisschen stolz darauf. Diese Lorbeeren möchte ich allerdings nicht allein tragen. An dieser Stelle ergeht ein herzliches Dankeschön an euch, liebe Trainer! Ohne Ray, Micha und Stefan und ihre positiv fordernde und fördernde Art wäre mir DAS bestimmt nicht möglich gewesen.